TOP
Sie befinden sich hier: Bauen & Renovieren > News > Hilfe am Bau 

Hilfe am Bau? Aufgepasst mit Schwarzarbeit!

Gehilfen am Bau

Hilfe auf dem Bau von den Eltern, den Geschwistern, vom Onkel oder dem Neffen ist schon lange keine Seltenheit mehr. Jedoch gibt es, auch wenn diese Unterstützung auf dem Bau unentgeltlich ist, bestimmte Regelungen, die der Bauherr beachten sollte. Tut er dies nicht, riskiert er ein Bußgeld. Generell ist Hilfe von Familienmitgliedern zweiten Grades, teilweise auch dritten oder sehr selten auch vierten Grades erlaubt. Sorgen sie vorab für die nötigen Bescheinigungen und informieren Sie wenn nötig, die zuständigen Behörden. So vermeiden Sie spätere Unannehmlichkeiten mit der Verwaltung.

Ein Haus bauen oder renovieren macht man nicht alleine. Ein Architekt zeichnet die Baupläne und ein oder mehrere Unternehmer führen die handwerklichen Arbeiten aus. Doch bauen ist kostspielig und so versuchen viele Bauherren, so weit nur möglich, einen Teil der Bauarbeiten selber zu verrichten, um so die Kosten für das Bauprojekt zu verringern. Oft bieten Familienmitglieder oder Freunde Ihre Hilfe an. Der Bauherr sollte ein solches Angebot nicht bedenkenlos annehmen, sondern erst sicher stellen, dass die gesetzlichen Vorgaben in Sachen Ausführung von Bauarbeiten eingehalten werden. Sowohl die soziale Aufsichtsbehörde als auch das Mehrwertsteueramt werfen ein Auge auf diese sogenannte Schwarzarbeit. Wer bei Schwarzarbeit erwischt wird, muss mit ernsten Konsequenzen rechnen.

 

Verwandtschaftsgrade

  • Verwandtschaft ersten Grades: Eltern und Kinder

  • Verwandtschaft zweiten Grades: Großeltern, Geschwister, Schwager und Schwägerin, Kleinkinder
     
  • Verwandtschaft dritten Grades: Onkel und Tanten, Neffen und Nichten
     
  • Verwandtschaft vierten Grades: Neffen und Nichten der Eltern, sowie eigene Großneffen und Nichten.

Familienmitglieder bis zum zweiten Grad, dürfen bei gleich welcher Arbeit helfen. Bis zum vierten Grad sind nur Hilfsarbeiten in Bezug auf bauen, umbauen und renovieren von sozialen Einrichtungen erlaubt.

Alle anderen Arbeiten, die nicht nach dem klassischen Arbeitgeber-Arbeitnehmer System verrichtet werden, werden durch das Gesetz als Schwarzarbeit bezeichnet. Somit gilt die Hilfe von Freunden und Bekannten ebenfalls als Schwarzarbeit, auch wenn diese ohne Entgelt erfolgt.
Für Familienmitglieder, die Beihilfen wie z.B. Arbeitslosenunterstützung, Invalidenrente, Rente, etc. erhalten, gelten spezielle Regelungen.


Einschränkungen gibt es auch im Falle, wo das Familienmitglied Arbeiten auf dem Bau durchführt, die innerhalb seines alltäglichen beruflichen Tätigkeitsbereichs liegen.

Stellen die Behörden im Falle einer Kontrolle eine Missachtung der Gesetzgebung fest, so riskiert der Bauherr ein beträchtliches Bußgeld. Abhängig von der Situation, in der die Behörden die Schwarzarbeiter erwischt, kann sich das Strafgeld auf mehrere tausende Euros beziffern. Die Abwesenheit des Bauherrn beispielsweise, verschlimmert die Situation noch um einiges. Kleine Gelegenheitsarbeiten werden weniger hart bestraft als große Umbauarbeiten.

 

Die Mehrwertsteuer

Auf normal verrichtete Arbeiten wird eine Mehrwertsteuer berechnet. Wird die Arbeit gratis verrichtet, verfällt somit aber auch die Steuer. Hilfe von dritten oder Familienmitglieder ist also steuerrechtlich gesehen kein Problem.

Oft ist es auch ratsam, dass die Helfer eine schriftliche Erklärung machen die aussagt dass die Arbeit gratis verrichtet wird. Diese Erklärung kann aber auch von einer anderen objektiven Person die bezeugen kann dass die Arbeit nicht professionell ausgeführt wird, wie zum Beispiel dem Nachbar, geschrieben werden. In Zweifelsfällen kann der Mitarbeiter des Steueramtes alle Angaben kontrollieren, doch meistens genügt diese Erklärung um die Sache abschließen zu können.

Risiken
Für Arbeitslose, Frühpensionierte oder Pensionierte gibt es beim Bauen mehrere Risiken.



Arbeitslose

Arbeitslos als Bauherr

Arbeitslose haben kein Recht auf Arbeitslosengelder wenn sie Abreiten verrichten, die wie gewöhnlich gegen Bezahlung ausgeführt werden und nicht auf den Unterhalt des eigenen Besitzes beschränkt sind.

Arbeitslose dürfen also wohl Arbeiten verrichten, die zum gewöhnlichen Unterhalt des eigenen Besitzes gehören und dies mit Arbeitslosengeldern anhäufen.

Bedingungen:

  • Die Aktivität darf keinen zusätzlichen Gewinn zum Ziel haben.

  • Die Aktivität darf nur dazu bestimmt ein, den Wert des eigenen Besitzes zu halten.

  • Die Aktivität ist nicht zu wichtig und darf kein Hindernis bilden um Arbeit zu suchen oder anzunehmen.

Konkret darf ein Arbeitsloser also Reparatur- oder Unterhaltsarbeiten an seinem eigenen Hab und Gut verrichten, mit dem Ziel den eigenen Komfort zu verbessern. Arbeitslose können jedoch keine Arbeiten verrichten, die den Wert des eigenen Besitzes bedeutend erhöhen, wie zum Beispiel den Anbau von einer Garage, einer Küche oder sonstigem. Auch das Verkaufen oder Vermieten von einem Haus oder einer Wohnung sind verboten.

 

Arbeitslos als Helfer

Arbeitslose Helfer zweiten oder vierten Grades werden als „Arbeiter auf Rechnung für Dritte“ bezeichnet. Dieser Helfer hat also kein Anrecht auf finanzielle Unterstützung, ungeachtet ob er diese Arbeit an Wochenenden oder abends ausführt und dafür bezahlt wird oder nicht.

 

Frühpensionierte

Frühpensionierte sind eine aparte Kategorie Arbeitslosen. Neben den Arbeitslosengeldern bekommen diese auch noch eine Entschädigung von ihrem vorherigen Arbeitgeber.

 

Frühpensioniert und Bauherr

  • Wie auch bei gewöhnlichen Arbeitslosen, darf man nur Aktivitäten ausführen, die in Bezug mit dem eigenen Besitz stehen. Der Umfang bei Frühpensionierten ist hier etwas weiträumiger.

  • Reparatur- oder Einrichtungsarbeiten dürfen ausgeführt werden, wie auch bei gewöhnlichen Arbeitslosen. Frühpensionierte dürfen die Arbeiten ebenfalls ausführen, wenn diese den Wert des eigenen Besitzes erhöhen. Man darf also wohn eine Garage oder eine Küchen anbauen oder erneuen.

  • Aufgepasst: Diese Arbeiten dürfen jedoch nicht mit dem Ziel das Haus oder die Wohnung zu verkaufen oder zu vermieten verrichtet werden.

Frühpensioniert und Helfer

  • Man darf gratis Aktivitäten ausführen insofern dies bei Blutsverwandten zweiten Grades stattfindet. Hier ist es nicht nötig spezielle Formulare auszufüllen.

 

Pensionierte

Pensioniert und Bauherr

  • Es gibt bestimmte Einschränkungen bezüglich der eigenen Aktivitäten

Pensioniert und Helfer

  • Blutsverwandte des zweiten oder vierten Grades melden im besten Falle Ihre Aktivität an das Pensionsamt mit dem Vermerk dass die Aktivität keinem Erwerbszweck dient und lediglich nur ein freundschaftlicher Verdienst ist. Dann bekommt man eine schriftliche Bestätigung dieser Angaben. So sind sie völlig sicher und brauchen keine Formalitäten mehr zu erledigen.

Wenn sie pensioniert sind und eine Berufsaktivität ausführen wollen…

  • dies ist möglich, insofern das Einkommen nicht höher als der bestimme Betrag liegt. Das Limit dieses Betrages ist abhängig vom Status, dem Familienstand, des Alters und der Art der Pension. Außerdem muss der Pensionierte seine Berufsaktivität angeben und das Pensionsamt, sowie den Arbeitgeber darüber informieren. Wer arbeitet ohne seine Aktivität dabei anzugeben, riskiert eine Sperre seiner Rente.

 

Kranken- oder Invalidengelder?

Um Recht auf Kranken- oder Invalidengelder zu haben, muss die bestimme Person nicht nur aus medizinischen Gründen als arbeitsunfähig erklärt werden, sondern auch alle anderen Aktivitäten stoppen. Jedoch darf man teilweise wieder arbeiten, unter der Bedingung eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50% zu haben. Dafür brauch man aber die Zustimmung von dem zuständigen Arzt.

Wer von Kranken- oder Invalidengeldern lebt und doch noch eine Berufsaktivität ausführt – auch Freiwilligenarbeit- ohne Zustimmung eines Arztes, wird ab des ersten Tages seiner Aktivität als arbeitsfähig eingeordnet. In diesem Fall muss er alle Rentengelder ab diesem bestimmten Tag zurück erstatten und darf mit einer Bearbeitungsgebühr in Höhe von 10 bis 100 Tagen Rentengeld rechnen.

Prämiensuche