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Koordination der Baustellensicherheit

Ich lasse ein Wohnhaus bauen oder renovieren.
Benötige ich einen Sicherheitskoordinator?

Für gewisse Bau- und Renovierungsarbeiten auf zeitlich begrenzten oder ortsveränderlichen Baustellen muss ein Sicherheitskoordinator ernannt werden. Seine Aufgabe ist es, die Vorbeugemaßnahmen für Sicherheit und Wohlergehen der Arbeitskräfte zu koordinieren. Er muss Risiken beurteilen, verkleinern und verhindern sowie die Arbeitsweise hinsichtlich der Wahl der Ausrüstung, der Arbeitsmethoden, der Gefahrenkennzeichnung usw. anpassen.



MINDESTENS ZWEI UNTERSCHIEDLICHE BERUFSGRUPPEN

Wenn 2 unterschiedliche Berufsgruppen (= Arbeitskräfte, die nicht bei ein und demselben Unternehmen angestellt sind) gleichzeitig auf einer zeitlich begrenzten und ortsveränderlichen Baustelle (= Baustelle, auf der Hoch oder Tiefbauarbeiten ausgeführt werden) arbeiten, muss für die Phasen des Projekts und die Ausführung der Arbeiten ein Koordinator ernannt werden. Natürliche oder juristische Personen wie Wasser-, Gas- und Stromversorger werden in diesem Zusammenhang als Unternehmen betrachtet.

Lassen Sie beispielsweise Ihr Bad renovieren, dann beauftragen Sie Selbstständige: einen Installateur, einen Elektriker und einen Fliesenleger. In diesem Fall ist ein Sicherheitskoordinator erforderlich. Wenn Sie danach selbst eine Decke einziehen oder die Wände streichen, ist kein Koordinator mehr nötig. Seine Aufgaben beziehen sich nicht auf Eigenleistungen.

Werden die gesamten Arbeiten von den Arbeitnehmern einer einzigen Firma ausgeführt, muss diese Sicherheitsmaßnahmen und einen externen Sicherheitskoordinator vorgesehen haben.

Sie lassen zum Beispiel eine Photovoltaikanlage von einem Unternehmen installieren, das über Arbeitnehmer (Dachdecker und Elektriker) verfügt. Hier muss von Ihnen kein Gesundheitsschutz- und Sicherheitskoordinator ernannt werden.

Wenn allerdings ein einziges Unternehmen die Arbeiten mit seinen eigenen Arbeitnehmern ausführt, ist es sehr zu empfehlen, sich die Berufung eines externen Sicherheitskoordinators von diesem Unternehmenschriftlich bestätigen zu lassen. Dann sind Sie für den Fall gedeckt, dass ein Unternehmen Ihnen trotzdem Subunternehmer schickt.

BAUSTELLEN UNTER 500 M2
Es wird unterschieden zwischen Baustellen mit weniger als 500 m2 und 500 m2 oder mehr. Hierbei ist diewaagerechte Fläche der verschiedenen Stockwerke des Bauwerks zu messen. Bei einer Renovierung sind nur die betroffenen Räume zu berücksichtigen (z. B. die Küche). Bei einem Neubau umfasst die Fläche die Wohnräume, aber auch den Keller, den Dachboden, die Garage (auch wenn sie nicht ans Haus angebaut ist), das Gartenhäuschen, das Schwimmbecken, die Terrassen usw.



ERNENNUNG EINES KOORDINATORS

  • Bei Baustellen mit weniger als 500 m2, bei denen ein Architekt nicht gesetzlich erforderlich ist, muss das Bauunternehmen (= das Unternehmen, das die Arbeiten ausführt), den Koordinator ernennen. Wenn Sie mit mehreren Bauunternehmen/Selbständigen zusammenarbeiten, muss das erste Bauunternehmen, das auf der Baustelle arbeitet, einen Koordinator ernennen. Es muss außerdem dem Vertreter einer anderen Berufsgruppe, die gleichzeitig oder nach ihm auf der Baustelle arbeitet, die Unterlagen übergeben. Diese Übergabe kann durch Sie erfolgen.
     
  • Bei Baustellen mit 500 m2 oder mehr muss immer der Bauherr (= derjenige, für den die Arbeiten ausgeführt werden), den Koordinator ernennen.
     
  • Unabhängig von der Fläche der Baustelle muss der Bauherr immer einen Koordinator ernennen, wenn es gesetzlich erforderlich ist, einen Architekten hinzuzuziehen (z. B. bei einem Neubau).

Solange kein Koordinator ernannt wurde, darf kein Auftragnehmer mit seiner Arbeit beginnen.


PROJEKT- UND AUSFÜHRUNGSKOORDINATOR

Der Projektkoordinator und der Ausführungskoordinator können ein und dieselbe Person sein, aber auf jeden Fall sind beide Funktionen abzudecken.

Je nach Baustelle sind die auszufüllenden Dokumente vom Koordinator in vollständiger oder vereinfachter Form auszustellen:

  • Im Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan (SiGe-Plan) werden die zu treffenden Vorbeugungsmaßnahmen aufgezählt. Er muss im Laufe der Projektphase fertig gestellt und allen Unternehmen mitgeteilt werden, damit sie ihn in ihrem Lastenheft berücksichtigen können.
     
  • Das Koordinationstagebuch enthält die Angaben bezüglich der Koordination der Sicherheit und gegebenenfalls besondere Vorkommnisse auf der Baustelle. Bei Baustellen mit weniger als 500 m2genügen schriftliche Anweisungen. Der Koordinator ist nicht verpflichtet, die Baustelle aufzusuchen.
     
  • Die Akte für spätere Arbeiten enthält alle Elemente im Zusammenhang mit Sicherheit und Gesundheit, die bei eventuellen späteren Arbeiten berücksichtigt werden müssen. Beim Verkauf der Immobilie muss sie daher dem neuen Eigentümer übergeben werden. Liegt keine Akte für spätere Arbeiten vor und wurden die Arbeiten nach Februar 2001 ausgeführt, darf der Notar den Verkauf der Immobilie nicht beurkunden.


HONORARE

Der Bauherr trägt die Honorare des Sicherheitskoordinators. Sie schwanken je nach Umfang der Arbeit. Das Honorar pro Stunde beläuft sich im Allgemeinen auf 50 bis 65 Euro (exkl. MwSt.). Wenn ein Pauschalhonorar vereinbart wird, beträgt es etwa 1 bis 4 % der Kosten aller Arbeiten.


VORABMELDUNG DER BAUSTELLE

Spätestens 15 Kalendertage vor Beginn der Arbeiten müssen bestimmte Baustellen der Regionaldirektion des Wohlbefindens bei der Arbeit gemeldet werden. Das gilt insbesondere dann, wenn die Dauer der Baustelle 5 Arbeitstage übersteigt und es sich um eine Baustelle handelt, auf der gefährliche Arbeiten oder Arbeiten mit erhöhtem Risiko erfolgen: Absturzrisiko mit Höhen von 5 m oder mehr, die Gefahr verschüttet zu werden usw.


SANKTIONEN

Werden die gesetzlichen Vorschriften nicht eingehalten, sind neben der Haftpflicht, die bei Unfällen eintritt, Strafmaßnahmen vorgesehen, insbesondere Geldbußen.

 

Quelle: http://www.belgopocket.be/de/content/Koordination-der-Baustellensicherheit

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